Station 23: Weißer Turm

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Lage: Ludwigsplatz

Bis ins 19. Jahrhundert hinein wohnte hier einer der vier "Türmer" Nürnbergs, deren Aufgabe es war, die Zeit anzuschlagen. Dabei war die Reihenfolge klar festgelegt: Zuerst schlug die Uhr auf St. Sebald, dann auf der Lorenzkirche, es folgten die Uhren auf dem Laufer Schlagturm und dem Weißen Turm. Geschlagen wurde nach der "Großen Nürnbergischen Uhr", einer Zeitordnung, die sich schon fürs 14. Jahrhundert nachweisen lässt und erst 1806 abgeschafft wurde: Tages- und Nachtstunden wurden getrennt gezählt, wobei die Zählung bei Eintritt der Nacht bzw. des Tages begann. Dabei wurden die Tag- und Nachtlängen aber nur in ganzen Stunden gezählt. Nun sind nur während der Äquinoktien (Tag- und Nachtgleichen) Tag und Nacht jeweils genau 12 Stunden lang. Zur Wintersonnenwende hat der Tag etwa 8 Stunden, die Nacht 16 Stunden, umgekehrt bei der Sommersonnenwende. Um Weihnachten herum schlug die große Uhr um Mitternacht also acht Stunden an, während der Tag- und Nachtgleichen sechs, im Sommer vier. Entsprechend wurde diese Uhr ca. alle drei Wochen neu gestellt, indem dem Tag morgens und abends eine halbe Stunde hinzugefügt bzw. weggenommen wurde. Dabei redete man vom "Zu-" und "Abschlagen" dieser Uhr.